Diese Seite gehört zu Aktion Lebensrecht für alle e.V.Besuchen Sie die Hauptseite www.alfa-ev.de

Zwangsabtreibung in UK?

Zwangsabtreibung? Bei diesem Thema denken wir – wenn überhaupt – an Länder wie China oder Indien. Zu Recht! Immer wieder hören wir erschreckende Berichte darüber, wie chinesische Behörden die staatlich angeordnete Ein-Kind-Politik mit Zwangsabtreibungen durchsetzen wollen. Bekannt sind auch Geschichten aus Indien, wo Frauen von ihren Familien gezwungen werden, ihre ungeborenen Mädchen abzutreiben, weil nur männlicher Nachwuchs erwünscht ist.

Dass Zwangsabtreibungen auch in Europa möglich sind, würde vermutlich niemand glauben. Auch ich habe das für unmöglich gehalten, bis zu einem Radio-Bericht, den ich zufällig in der BBC gehört habe.

In dem Bericht ging es eigentlich gar nicht um Zwangsabtreibung. Eigentlich ging es in diesem Bericht um Leihmutterschaft in Großbritannien.

Berichtet wurde unter anderem von einer Frau, die ein Kind, für ein homosexuelles Paar austragen wollte. Zweimal hatte sie das schon gemacht. Zweimal war es sehr hart für sie, das Kind nach der Geburt abgeben zu müssen und dennoch wollte sie es auch ein drittes Mal tun.

Beim dritten Kind wurde dann während der Schwangerschaft das Down-Syndrom festgestellt. Die Mutter hätte das Kind trotzdem gerne bekommen, trotz Down-Syndrom, doch das Paar, für das diese Frau das Kind austragen sollte, hat von ihr verlangt das Kind abzutreiben.

Die Frau hat sich diesem Willen gebeugt und ihr Kind abgetrieben.

Im Interview sagt die Frau: „Das Paar wollte das Kind nicht, also sind wir es losgeworden.“ Ihre Begründung wirkt auf mich sehr verstörend: „Es war nicht mein Kind. Ich hätte es gerne bekommen aber ich wollte kein Kind, was sie (das Paar) nicht möchten“.

Während des gesamten Interviews hörte man, wie die Frau mit den Tränen kämpft. Als sie schließlich beschreiben soll, wie die Unterhaltung mit dem Paar abgelaufen ist, in der die Entscheidung gefallen ist, das Kind abzutreiben, muss sie schließlich weinen und bricht das Gespräch ab.

Etwa eineinhalb Minuten, von Minute 10:05 bis 11:30, dauert der Interviewausschnitt. Er geht in dem Bericht fast unter und doch könnte man allein damit eine ganze Reportage füllen. Für mich war es seit langem das Schockierendste, was ich gehört habe. Unter dem Artikel findet ihr einen Link zu der Radiosendung.

Zwangsabtreibung in Europa ist Realität. Nicht da, wo wir es erwarten. Nicht in einem totalitären System, nicht in Gesellschaften, denen wir in Europa gerne archaische Sitten unterstellen, sondern in einem westlichen Land und in der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“.

Die Zwangsabtreibung passiert in einem System, dem System Leihmutterschaft, das sich fortschrittlich gibt, hier aber seine ganze Unmenschlichkeit offenbart.

Leihmutterschaft will Kinder zur Ware machen, die entweder mit harter Währung bezahlt oder wie Großbritannien in einer „Sharing-Economy“ geteilt werden. Mütter werden in diesem System zu Baby-Produzentinnen, die ganz nebenbei ein Kind für ein anderes Paar zur Welt bringen.

Doch zwei Dinge ignoriert dieses System. Erstens: Das Kind ist zu jedem Zeitpunkt eine Person mit einem Recht auf Leben. Niemand kann über dieses Kinder verfügen. Zweitens: Die „Produzentin“ ist zu jedem Zeitpunkt die Mutter des Kindes, eine Frau, die offensichtlich fühlt, dass sie ihr Kind zur Welt gebracht hat und diese Gefühl nur mit Mühe unterdrücken kann. Das Leid und der Tod der betroffenen Menschen werden in Kauf genommen, um den Kinderwunsch der „Kunden“ zu erfüllen.

Das ist kein Fortschritt, das ist die Verzweckung eines Menschen in übelster Form. Das ist keine „schöne neue Welt“. Das ist eine hässliche Welt!

http://www.bbc.co.uk/programmes/b04dqrt1

Zurück zur Übersicht