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Suizid

Ein lebensmüder Mensch steht an der Kante eines Hochhauses und möchte sich hinunterstürzen. Doch im letzten Moment kommt ein mutiger Held und ruft von hinten: „Halt, springen Sie nicht!“

Ein Hollywood-Klassiker. So sollte es im echten Leben auch sein, sollte man denken.

Bei uns ist das leider nicht so sicher. Nicht nur, weil es kein ausreichend wirksames Präventionsprogramm gegen Selbsttötung gibt, weshalb es bei uns eine erschreckend hohe Selbstmord-Rate von über 10.000 Selbstmoden (2013) gibt (zum Vergleich: 3.339 Verkehrstote im Jahr 2013).

Es liegt auch daran, dass die Anstiftung und Beihilfe zur Selbsttötung bei uns nicht gesetzlich geregelt ist und damit faktisch legal.

Aus diesem Grund können bei uns auch Sterbehilfevereine wie der des ehemaligen Hamburger Justizsenators Roger Kusch ihr Unwesen treiben und Menschen dabei helfen, sich selbst das Leben zu nehmen – natürlich gegen entsprechende Bezahlung.

Man muss es der Bundesregierung deshalb positiv anrechnen, dass sie dem jetzt einen Riegel vorschieben will.

Wie genau die Beihilfe zur Selbströtung geregelt werden wird, darüber wird der Bundestag im Herbst entscheiden.

Voraussichtlich werden die Parlamentarier dann zwischen 4 Gesetzesentwürfen entscheiden können.

In einem Artikel im aktuellen Lebensforum der ALfA werden die aktuellen Entwürfe ausführlich erläutert. Jedem der diese Debatte verfolgen möchte, sollte diese einmal gelesen haben. Weiter unten finden Sie einen Link dazu, sowie zu weiterführender Lektüre.

Wir als Jugend für das Leben lehnen die Beihilfe zur Selbsttötung generell ab. Warum eigentlich?

Zum einen sind wir der Meinung, dass die Beihilfe zur Selbsttötung die Selbstbestimmung am Lebensende nicht fördert, wie Befürworter es oft behaupten. Ein Großteil der Menschen mit dem Wunsch nach Selbsttötung befindet sich in einer schweren Depression, die teilweise Folge einer schweren unheilbaren Erkrankung ist. Diese Menschen brauchen Hilfe durch einen Psychiater, nicht den Tod.

Würde sich die Beihilfe zur Selbsttötung bei uns erst etablieren, besteht außerdem die Gefahr, dass ein diffuser Druck auf Sterbende aufgebaut wird, anderen nicht weiter zur Last zu fallen, die Krankenkassen und das Erbe nicht weiter zu belasten. Nach dem Motto: „Kommt es denn jetzt wirklich noch auf die letzten zwei Wochen Leben an. Das Erbe ist doch sowieso schon so klein und das Leben ist doch für dich sowieso nur noch eine Qual“. Durch so ein „Mobbing zum Tod“ könne aus der Möglichkeit, sich das Leben zu nehmen, schnell eine Pflicht werden.

Der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte dazu, dass er schon heute täglich erfahre, dass Schwerkranke anderen mit ihrem Leben nicht zur Last fallen wollen. Durch Sterbehilfe entstehe ein Sog, „der Alte, Schwerstkranke und Depressive mit sich reißt“, so Brysch weiter.

Des Weiteren muss heute, dank der modernen Palliativmedizin, kein Mensch mehr einen „Qual-Tod“ sterben, so wie es Peter Hinze in einer Pressekonferenz ausgedrückt hat. Wer so etwas behauptet, ist schlecht informiert.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Lukas Radbruch, sagte dazu im Letzten Jahr: „Es gibt keine Situation, in der die Palliativ­medizin nichts mehr anzubieten hat“.

Wer Menschen einen qualvollen Tod ersparen möchte, der muss die Palliativmedizin ausbauen, nicht die Beihilfe zur Selbsttötung.“

Und last but not least sind wir prinzipiell der Meinung, dass Menschen anderen Menschen nicht zum Tod behelfen sollen. Eine humane Gesellschaft möchte Menschen leben lassen, nicht sterben.

Das stärkste Argument gegen die Beihilfe zum Suizid und Sterbehilfe ist aber sicher ein Blick auf unsere Nachbarländer Belgien und Niederlande.

In Belgien ist vor kurzem der Todeswunsch einer 24 jährigen körperlich gesunden Frau bewilligt worden.

Den Wunsch zu sterben hatte sie schon seit ihrer frühesten Kindheit, die wohl nicht sehr glücklich verlaufen ist. Eigentlich würde man dieser Frau Hilfe wünschen, damit die wieder oder endlich Lebensmut erlangt. In Belgien droht ihr jetzt aber der Tod. Da ist kein Held mehr, der ruft „Halt, springen Sie nicht!“ Dort wartet ein ausgebildeter Sterbehelfer.

Das ist nur einer von vielen Fällen in Belgien. Im Jahr 2012 wurden in Belgien 1.432 Fälle von Sterbehilfe registriert. Dort ist seit 2013 auch die Tötung schwerkranker Kinder möglich, da es dort keine Altersgrenze mehr gibt.

In den Niederlanden, wo die Sterbehilfe seit 2002 erlaubt ist, gab es im Jahr 2013 4829 Fälle von Sterbehilfe. Tendenz steigend.

Damit so eine Entwicklung in Deutschland abgewendet werden kann, braucht es mutige Lebensschützer.

Schon lange geht es beim Lebensschutz nicht mehr nur um den Schutz ungeborener Kinder.

Wir müssen begreifen, dass Lebensschutz auch Schutz am Ende des Lebens und das Eintreten für ein Sterben in Würde heißt.

Würdevolles Sterben aber heißt an der Hand eines Menschen zu Sterben und nicht durch die Hand eines Menschen.

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