Diese Seite gehört zu Aktion Lebensrecht für alle e.V.Besuchen Sie die Hauptseite www.alfa-ev.de

Internationales Pro-Life-Treffen auf dem Weltjugendtag in Krakau

PRO LIFE, PRO LIFE - und ein Stück Irland auf dem Weltjugendtag

Wir waren schon ein bisschen spät dran, als wir endlich das Treffen der irischen Pro-Life-Aktivistinnen und Aktivisten von der Youth Defense gefunden hatten, welches in einem urigen Irish Pub in der Innenstadt von Krakau stattfand. Es war Donnerstagabend und damit mitten in der Weltjugendtagswoche, zu der wir und auch unsere irischen Gastgeberinnen und Gastgeber nach Krakau gereist waren.

Am Nachmittag hatten wir bereits mit vielen hunderttausend anderen Pilgerinnen und Pilgern den Papst in Krakau begrüßt und festgestellt, dass der Mann echt etwas zu sagen hat. Papst Franziskus hatte uns dazu aufgerufen, das „Glück nicht mit einem Sofa zu verwechseln“, auf dem man sich ausruht, sondern unsere Schuhe anzuziehen und eine Spur in der Welt zu hinterlassen, die Welt zu verändern und zwar zum Besseren. Die Botschaft des Papstes dürfen wir, ganz gleich ob wir katholisch sind, einen anderen Glauben haben oder gar nicht gläubig sind, wohl als Bestätigung und Ansporn auffassen, uns weiter mutig für die ungeborenen Menschen einzusetzen.

Zurück zum Pro-Life-Treffen. Da die Lebensrechtlerinnen und Lebensrechtler von der Youth Defense genauso herzlich und lebensfroh waren, wie man es den Iren im Allgemeinen nachsagt, war es nicht schwer für uns, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dabei konnten wir Erfahrungen austauschen und viel über die Situation in Irland erfahren. Anders als in den meisten andern hochentwickelten Industrienationen ist in Irland Abtreibung verboten, außer wenn die Gesundheit der Mutter in Gefahr ist. Irland ist damit das beste Beispiel dafür, dass der Schutz ungeborener Menschen auch in einer modernen Gesellschaft funktioniert. In Irland ist weder die Müttersterblichkeit höher noch sind Frauen dort weniger gleichberechtigt als in anderen europäischen Ländern, im Gegenteil. Laut WHO liegt Irland bei der Müttersterblichkeit noch hinter seinem Nachbarland, dem Vereinten Königreich, wo Abtreibungen noch bis zum sechsten Schwangerschaftsmonat möglich sind. Auch bei der Gleichberechtigung rangierte Irland 2015, laut einem Ranking des Weltwirtschaftsforums, weltweit auf einem beachtlichen Platz fünf. Trotzdem genießen ungeborene Kinder in Irland den Schutz des Lebens, der jedem Menschen in einer humanen und solidarischen Gesellschaft zukommen sollte.  Wer das universelle Recht auf Leben mit dem Argument der Müttersterblichkeit und der Selbstbestimmung der Frauen aushöhlen will, der sollte auf Irland verwiesen werden.

Die Iren haben deshalb wirklich einen Grund zum Feiern. Und Feiern, das können unsere irischen Mitstreiterinnen und Mitstreiter! Das Treffen war ausgelassen und fröhlich und manchmal hatte man das Gefühl, als sei ein kleines Stück Irland nach Krakau versetzt worden.

Die Freude und das Selbstbewusstsein unserer Gastgeberinnen und Gastgeber haben uns angesteckt, motiviert und diesen Abend auf dem Weltjungendtag wirklich zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht.

Als wir schließlich wieder in unsere Unterkunft zurückgekehrt sind – irgendwann am frühen Morgen und einige Guinness später – hatte ich immer noch die Sprechchöre von der Youth Defense im Kopf. „PRO LIFE, PRO LIFE …“ – das war bestimmt nicht unsere letzte Begegnung mit unseren irischen Kolleginnen und Kollegen.

(Benedikt Oyen)

Zurück zur Übersicht