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Praena-Test

Wenn wir an Diskriminierung denken, dann denken wir vermutlich nicht nur an Frauen, LGBT oder Menschen mit Migrationshintergrund, sondern mit Recht auch an Menschen mit Behinderung.

Was den Kampf gegen die Diskriminierung angeht, da hat sich in unserer Gesellschaft schon viel getan.

Heute kann eine Frau Bundeskanzlerin werden, eine Lehrerin kann im Schuluntersicht ein Kopftuch tragen und ein schwuler Mann kann Bürgermeister werden. Auch bei den Menschen mit Behinderung, z.B. solchen mit Down-Syndrom hat sich scheinbar viel getan.

Menschen mit Down-Syndrom lächeln uns von Plakaten an, überbringen Lottopreise und spielen Hauptrollen in Kinofilmen. Die meisten Leute mögen Menschen mit Down-Syndrom und die wenigsten Menschen haben etwas dagegen ihnen in der Schule, im Supermarkt oder aber am Arbeitsplatz zu begegnen.

Und trotzdem, so scheint es, möchte diese Menschen niemand. Niemand möchte diese Menschen als seine eigenen Kinder.

In Deutschland werden neun von zehn Kindern mit Down-Syndrom abgetrieben. Da Down-Syndrom bisher frühestens erst ab der 14 Schwangerschaftswoche erkannt wird, kommt es bei diesen Kindern häufig zu besonders späten Abtreibungen. Abtreibungen, die teilweise so spät passieren, dass das Kind außerhalb der Mutter bereits lebensfähig wäre. Tim aus Oldenburg (auch als Oldenburger Baby bekannt) war so ein Kind und hat seine Abtreibung mit viel Lebenswillen und Glück überlebt. Er feiert am 06. Juli seinen 18. Geburtstag.

Viele haben dieses Glück nicht. Im Jahr 2014 gab es 2746 Spätabtreibungen und 447 Abtreibungen zu einem Zeitpunkt, zu denen das Kind außerhalb des Mutterleibes bereits lebensfähig war.

90 % aller Kinder mit Down-Syndrom dürfen das Licht der Welt nicht mehr erblicken, sie kommen tot zur Welt. Das ist wohl die stillste und gleichzeitig die brutalste Form der Diskriminierung von Menschen mit Down-Syndrom in unserer Gesellschaft.

Dem Druck der Diagnose Down-Syndrom sind offenbar die wenigsten Paare gewachsen.

Die Firma Lifecodexx hilft leider dabei, diesen Druck aufzubauen. Sie vertreibt in Deutschland den sogenannten Praenatest, mit dem ein Down-Syndrom des Kidnes im Blut der Mutter diagnostiziert werden kann.

Dieser Test bietet die Möglichkeit, Down-Syndrom schon wesentlich früher und unkomplizierter zu erkennen und somit auch einfacher eine Abtreibung durchzuführen.

Genau das macht diesen Test so gefährlich. Wird der Test erst zum Standardrepertoir der vorgeburtlichen Diagnostik, dann muss damit gerechnet werden, dass Menschen mit Down-Syndrom vielleicht völlig aus unserer Gesellschaft verschwinden.

Genau diese Gefahr besteht in Deutschland mit dem Bestreben, diesen Test zur Krankenkassenleistung zu machen.

Das möchten wir verhindern und darum rufen wir alle Menschen mit Gewissen dazu auf, zusammen mit uns an einer Kundgebung vor der Lifecodexx-Zentrale in Konstanz teilzunehmen.

Menschen, die Geschäfte mit der Selektion von Menschen mit Behinderung machen, müssen gestoppt werden!

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