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Akademie Bioethik

Zellhaufen? Mensch? Menschenrecht?

Zum achten Mal fand Anfang des Jahres in Köln die Akadamie Bioethik mit dem Thema „Zellhaufen? Mensch? Menschenrecht? – Gilt das Recht auf Leben schon vor der Geburt?“ statt. Die Idee zu einer solchen Veranstaltung kam vor einigen Jahren erstmalig aus der Jugend für das Leben, die sich mit der CDL zusammentat und mit Unterstützung der Konrad Adenauer Stiftung ein Format organisierte, bei dem sich junge Leute für einige Tage konzentriert mit bioethischen Fragestellungen beschäftigen können. Die Akademie Bioethik ist mittlerweile fester Bestandteil des Jahresprogramms aller drei Organisationen. Die Erwartungen der Teilnehmer sind vielfältig, viele erhoffen sich Argumente, mit denen sie in Diskussionen überzeugen können. Um dem entgegen zu kommen, war das Programm auch in diesem Jahr gefüllt mit verschiedenen Referenten aus mehreren Disziplinen.
Das Wochenende sollte mit einem öffentlichen Vortrag von Prof. Dr. Harald Seubert zu bioethischen und moralphilosophischen Fragen zum Beginn des Lebens beginnen. Leider erkrankte der Referent kurzfristig und die Veranstaltung musste abgesagt werden. Den Abend nutzen die Teilnehmer der Akademie stattdessen für einen Stadtspaziergang, der wegen des starken Schneefalls früher als gedacht in einem Brauhaus endete. 
Der Samstagmorgen begann dann mit einem ersten Zugang zur zentralen Fragestellung des Wochenendes. Ausgehend von den ersten Intuitionen der Teilnehmer konnten die Seminarleiter Anna Ott und Benedikt Oyen den darauf aufbauenden Schritt zur Ethik aufzeigen. Denn es bedarf einer Reflektion der moralischen Einstellung und einer Suche nach Argumenten, um in einer Diskussion überzeugen zu können. Solche Argumente, die nachvollziehbar, verallgemeinerbar und deshalb überzeugend sind, sollten im Laufe des Wochenendes erarbeitet werden.
Den Großteil des Vormittags füllte Dr. Hanns-Gregor Nissing, Referent für Glaubensbildung am Geistlichen Zentrum des Malteserordens. Zusammen mit den Teilnehmern konnten interdisziplinär Dimensionen und Quellen der Menschenwürde erarbeitet werden. Dafür erläuterte der Referent verschiedene Ansätze zu den Gedanken von Person, Wert und Würde unter anderem von Sokrates, Thomas von Aquin und Immanuel Kant, die dann in einer Diskussion nochmal deutlicher dargestellt werden konnten. Zum Schluss stand fest: Weil Menschenrechte in Menschenwürde gründen und Menschenwürde im Mensch-sein, müssen jedem Menschen Menschenrechte zukommen, auch schon vor der Geburt.
Am Nachmittag beleuchtete Herr Dr. med. Michael Kiworr sehr anschaulich die vorgeburtliche Entwicklung des Menschen. Ein großes Anliegen  war ihm, den Teilnehmern zu zeigen, wie beeindruckend und faszinierend sich Kinder schon von Beginn des Lebens an entwickeln, was ihm eindrücklich gelang. Den inhaltlichen Abschluss des Tages gestaltete Hubert Hüppe, Abgeordneter der CDU/CSU im Deutschen Bundestag. Er berichtete von interessanten Entwicklungen und Bewegungen in der Politik, die den Schutz des menschlichen Lebens zum Ziel haben. Durch die vielfältigen Beispiele konnten die Teilnehmer einen Eindruck bekommen, wie viele Themen der Bioethik auch Themen der Politik sind. Vieles, was während des Tages nicht ausreichend diskutiert werden konnte, wurde von der Gruppe dann bei geselligem Abendessen und anschließenden Kaltgetränken in der Altstadt weiter ausgeführt.
Am Sonntagmorgen empfing die Gruppe Sandra Sinder, die durch ihre Erfahrungen in der Schwangerschaftskonfliktberatung einen guten Einblick geben konnte, wie es Frauen im Schwangerschaftskonflikt geht, unter welchem Druck sie stehen, von außen und von innen, und wie man ihnen Raum geben kann, sich für das Kind zu entscheiden. In einer abschließenden Runde am Sonntagmittag betonten alle Teilnehmer, wie wichtig eine Auseinandersetzung mit konkreten bioethischen Fragen ist und wie in Diskussionen und alltäglichen Situationen überzeugende Argumente vorgebracht werden können.
Auch die beiden Leiter der Akademie waren sich einig, dass die Teilnehmer als Multiplikatoren für den Lebensschutz wirken werden.

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